Outta Dem Tabs #2 | Kräuter, Mango & Vereinigtes Königreich

Es ist wieder soweit: Meinen Browser zu starten dauert vor lauter Tabs ewig. Gefühlt legt das meinen Rechner minutenlang lahm. Zeit also, aufzuräumen und die Tabzahl deutlich zu reduzieren. Das heißt: Outta Dem Tabs ruft. Wer die Regeln noch nicht kennt, kann sie hier nachlesen.

Tab Count zum Start: 40 Tabs in 4 Fenstern

Los geht’s!

Wir hatten es schon auf Facebook erwähnt (die dort versprochenen ausführlichen Sätze folgen ebenfalls noch), trotzdem darf der Hinweis hier nicht fehlen. Falls es irgendwer noch nicht mitbekommen haben sollte – man kann ja schließlich nie wissen: Zwei Whagwaan Favorites haben sich als Tag Team zusammengeschlossen und eine EP releast. Die Rede ist selbstverständlich von Trettmann & Megaloh, die uns letzte Woche die Herb & Mango EP beschert haben. Bei mir ist das gerade #heavyrotation

Facebook und sein wachsender Einfluss lassen mich immer öfter mal nach Alternativen gucken. Schon länger bin ich großer Reddit-Fan. Lange fristete die in den USA beliebte Kultplattform hierzulande ein Schattendasein. So langsam habe ich jedoch das Gefühl, dass sich das ändert. Deshalb – und weil es bislang schlicht fehlte – habe ich kurzerhand ein Subreddit 1 für Reggae & Dancehall aus Deutschland aufgemacht. Die Idee ist, dort eine Sammelstelle für Reggae-Musik und -Inhalte aus den DACH-Ländern aufzubauen. Um mich einfach selbst zu zitieren:

Ein bisschen was haben wir dort schon zusammengetragen. Und jetzt seid Ihr dran. Was sind Eure Lieblingssongs von Künstlern aus D/A/CH? Habt ihr lesenswerte Artikel oder Videos auf Deutsch? Dann teilt es dort mit der Welt!

Und natürlich ist großartig, wenn Ihr das Wort verteilt

Immerhin haben sich in weniger als einer Woche schon 86 Mitredditoren eingefunden. Die ein oder andere Neuentdeckung habe ich auch schon gemacht. In diesem Sinne: Join the action @ /r/germanreggae. #platformdiversity

Wer die letzte Ausgabe Outta Dem Tabs bis zum Ende gelesen hat, weiß, dass ich auf abgedrehte Produktionen stehe. Ein schon etwas älteres Release (08/2016) dieser Sorte habe ich dank /r/germanreggae entdeckt: Karma No Kusari von Kiki Hitomi. Dahinter verbirgt sich experimenteller japanischer Sound mit digitalem Dub-Einschlag (und eine weitere Frauenstimme auf Dub!). Erschienen ist die Scheibe bei Jahtari und wurde von Label-Gründer disrupt produziert. Letzteres übrigens (angeblich) völlig ohne Computer. Hören und ordern kann man das Ergebnis hier. #japan

LMPD von Little Simz featuring Chronixx ist im letzten Jahr völlig an mir vorbeigegangen. Dabei verbindet der Track zwei musikalische Welten, deren Fan ich bin: UK und Jamaica. Frei nach dem Motto besser spät als nie bin ich nun aber darüber gestolpert und finde das sphärisch-zurückgelehnte Resultat äußerst hörenswert. Der Track stammt übrigens von Simz‘ Album Stillness in Wonderland. Dort fungiert er sogar als Opener. #twoworlds

Bis dato bewegten wir uns eher in der erweiterten Reggae-Umlaufbahn. Jetzt heißt es: Bereitmachen zum Landeanflug! Wir bleiben noch einen Augenblick bei den London Gyals, kommen allerdings zu einer Dame mit Reggae-Vibes. Dionne Reid heißt sie. Ihr aktuelles Projekt ist das Soundcheck Mixtape und auch ihre 2012er EP S.M.I.L.E. ist geradeaus Feuer. Mehr lesen konntet ihr dazu neulich schon drüben beim Houseofreggae. #UK 

„Jetzt setz‘ Dich doch erstmal…“, den Satz haben Spragga-Benz-Neffe Amlak Redsquare und Jah Exile (aka Exile Di Brave)  wohl schon des Öfteren von den Frauen in ihrem Leben gehört. Doch für Beschwichtigungen ist es zu spät. Der Zug ist abgefahren, das Ding gelaufen. Nun sind Trennungen ja für die meisten Menschen eher traurige Angelegenheiten und Zeit für Herzschmerz. Mir persönlich gefällt da offen gestanden viel besser, was die beiden Artists in der Nummer samt Video propagieren: Passt eben nicht mehr. Alles Gute Dir, aber tschüß! No Drama, just Facts. #goodbye

Dre Island ist einer der jungen jamaikanischen Artists, die gemeinhin dem Reggae Revival zugerechnet werden. Dabei ist sein musikalisches Betätigungsfeld weit größer als die neuen Roots. Einer meiner Lieblingstracks von ihm ist z.B. das schwere Bassgeschütz M16. Vor ein paar Tagen nun hat der sympathische junge Dread auf Soundcloud ein Feature mit niemand geringerem als dem Unruly Boss Popcaan releast. We Pray heißt das Stück, das ich mal als conscious Island Pop bezeichnen würde. In der Beschreibung des Tracks heißt es außerdem etwas kryptisch:

Dre Island Project Now I Rise 2017

Das dürfte wohl die Ankündigung einer neuen EP für dieses Jahr sein. Augenscheinlich also der Nachfolger von Island’s 2013 erschienener Now I Rise EP, auf der u.a. sein Hit Rastafari Way war. Übrigens gibt es die nach wie vor kostenfrei und direkt vom Erzeuger runterzuladen. #talentwatch

Für mich ist es tendenziell immer eine gute Nachricht, wenn das Reggae-Internet Zuwachs bekommt 2. Noch besser ist natürlich, wenn dieser obendrein noch Qualität hat. Einen vielversprechenden Eindruck macht auf mich dahingehend das neue YouTube-Projekt DEADLY. Dahinter steckt die UK (what else?!) MTV & Radio Moderatorin und DJ Becca Dudley aka Becca D.

Noch ist nicht viel Content auf dem Kanal, dafür sind die beiden bisherigen Interviewgäste durchaus namhaft: Chronixx und Christopher Martin. Kann man mal machen, so zum Auftakt. Chronixx war außerdem so nett, auch gleich noch ein Exclusive da zu lassen. Mit Gitarre und seinen Homebwoys Evan & Hector jamt er eine muntere Acoustic Coverversion von Natty Dread in die Kamera. #www

Zu guter Letzt noch ein bisschen Soundsystem History. Fragt mich bitte nicht, wie ich über vier Jahre alte Nachrufe auf britischen Nachrichtenseiten stolpere. Ich habe nicht die geringste Ahnung. Doch auf unergründlichen Wege gelangte ich auf den Nachruf zu Duke Vin, der laut diesem Independent Artikel der Begründer von Soundsystem Culture in UK war, als er 1955 seinen Sound startete.

Ebenfalls um classic UK Sounds – insbesondere um Percival Miller aka Metro’s Metro Downbeat – geht es in diesem lesenswerten Artikel, der anlässlich der 1998er Ausgabe des Notting Hill Carnival ebenfalls im Independent erschien. Da alle guten Dinge bekanntlich drei sind, krame ich auch nochmal dieses Interview mit Reggae-Historiker und -Autor John Masouri hervor, der Spannendes über die britische Soundsystem Kultur der 70er und 80er zu erzählen vice (pun absolut intendiert). #soundsystems

Neuer Tab Count: 26 Tabs in 3 Fenstern #dun

 

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